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Wir selbst staunen wahrscheinlich am meisten: Kontrast besteht tatsächlich schon seit 25 Jahren. Ende 1989 gegründet, ist es uns gelungen, ein Vierteljahrhundert zusammenzubleiben und dabei schöne und unschönere Zeiten zu queren. Während sich das Privatleben vieler Mitglieder in dieser Zeit funkensprühend veränderte, sind wir uns und unserem Atelier treu geblieben. Kontrast entpuppte sich dabei immer wieder als Achse des Lebens, als Konstante, als Ort, den man abends nur verlässt, um am nächsten Morgen freudig zurückzukehren.


Kontrast – das ist eine Erfolgsgeschichte, menschlich wie beruflich. Darüber hinaus ist das Atelier mit nun 25 Jahren auf dem Buckel auch so etwas wie unser Lebenswerk. Wir schreiben und fotografieren nicht nur, wir machen nicht nur Bücher und Kunst, wir haben auch eine Institution geschaffen. Kontrast ist der Beweis, dass ein Dutzend Freelancers ein eigenes kleines Universum aufzubauen vermögen: einen Ort mit einer einzigartigen Arbeitsstimmung, ebenso konstruktiv wie produktiv, gleichzeitig in persönlicher Verbundenheit wie auch maximaler Freiheit.
Darauf sind wir stolz, und deshalb machen wir auch noch etwas weiter.

 

 

Gründerzeit — Kontrast an der Hardturmstrasse 116

 

Kreativität. Professionalität. Kollegialität. Selbstbestimmung. – Über diese Stichworte denken Journalistin Heidi Stutz und Fotograf Giorgio von Arb im Sommer 1987 auf einer Reportage in Pakistan nach, mit der Absicht, sie als künftige Arbeitsperspektive unter einen Hut zu bringen.

 

Deshalb suchen sie nach gleichgesinnten Freelancern, die alles anders machen wollen, zusammen aber doch das Gleiche, die unter einem gemeinsamen Dach arbeiten, aber eigene Projekte verfolgen, die sich nicht in den Büros eines Zeitungsverlags verdingen, aber gleichzeitig ihre eigene Redaktion sind, die nicht unter Druck von oben stehen, sondern nur unter dem eigenen, die zwar im Auftrag arbeiten, aber gleichzeitig die eigenen Chefinnen und Chefs sind.

 

Es ist eine gute Zeit dafür. Die Magazine sind dick, die Portefeuilles der Werbeagenturen gefüllt, und auf den Redaktionen besteht ein Mangel an aussergewöhnlichen Themen. Gleichzeitig zieht sich die Industrie mehr und mehr aus der Stadt zurück, weshalb leerstehende Fabrikhallen günstig zu mieten sind.

 

Doch bis Stutz und von Arb ihre Idee umsetzen können, dauert es zwei Jahre. Zu misstrauisch sind die Hausbesitzer gegenüber dem unkonventionellen Haufen von Freelancern, der sich schon bald auf die Suche nach geeigneten Räumen macht. Erst im Herbst 1989 ist es so weit. Wir mieten an der Zürcher Hardturmstrasse einen fast 300 Quadratmeter grossen Raum auf dem Schoeller-Areal. Auf die Webmaschinen folgen Nadeldrucker.

 

Wir legen selbst Hand an. Wir putzen, wir streichen, wir suchen Mobiliar zusammen. Und bei Wein und Pizza wird der Name des Medienateliers diskutiert. «Zatopek» nach dem tschechischen Langstreckenläufer und Favorit von Christian Känzig ist gut im Rennen; «Magenta» steht zur Diskussion, ebenso «Trabant», «MedienLabor» und «Atelier Publitzer», was sich irgendwo und irgendwie bei der Swisscom (damals noch PTT) eingenistet hat und bis vor Kurzem über einzelnen Telefonrechnungen stand.


Schliesslich gewinnt aber «Kontrast». Denn: Wir heben uns ab. Wir machen es anders.

 

 

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