Aus unseren Sitzungsprotokollen:
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«Nadine Olonetzky wünscht sich angesichts des bevorstehenden Umzugs mehr Networking. Neuer Ort – neuer Geist!» 29. September 2005
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«Barbara Graf Horka zeigt Architekturaufnahmen. Wir lernen: Den meisten Aufnahmen sieht man nicht an, dass Barbara zwei Stunden aufräumt, bis die Gebäude eine Gattung machen.»
23. Februar 2006
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Fabrikzeit — Krise 2: Reibung gibt Energie
An der Hardstrasse bleiben wir elf Jahre. Rückblickend gesehen ist es eine sehr gute Zeit, unter anderem, weil unsere Gemeinschaft so gut funktioniert. Natürlich gibt es Reibereien, die in einem Fall fast zum Ausschluss eines Mitglieds führen, doch insgesamt werden bei Kontrast Freundschaft, Kollegialität, Anteilnahme und Interesse am Leben und Schaffen der anderen gepflegt.
Mitentscheidend dafür ist zweifellos auch, dass wir – im Gegensatz zu anderen Vereinigungen von Freischaffenden – finanziell nicht miteinander verbunden sind. Bei Kontrast werden nur Miete und Infrastrukturkosten geteilt; die Verkäufe der Texte, Fotos und Archivaufnahmen gehören jedoch zu hundert Prozent der schreibenden beziehungsweise fotografierenden Person. Diese simple Regelung erspart uns viel Ärger.
Und immer wieder überlegen wir, wie wir uns nach aussen besser darstellen können. Die Idee einer Gemeinschaftsausstellung taucht auf, im Sinne einer Kontrast-Werkschau, verbunden mit einer Ausstellung von Yvonne Griss’ Vermächtnis.
Trotz vieler Sitzungen und guter Ideen tun wir uns allerdings schwer damit. Da zeigt sich, dass wir letztlich alle Individualisten sind (und bleiben). Wenn es um die Wurst geht, fehlt in entscheidenden Dingen sowohl Konsensbereitschaft wie auch der nötige Wille zum Kompromiss, um die Werke der anderen Members so zu akzeptieren, wie sie sind.
Der erste Anlauf für eine Gemeinschaftsausstellung erledigt sich von alleine, da die vorgesehene Galerie in Zürich schliesst. Im zweiten sind wir dann erfolgreich: Das Museum Bellpark in Kriens stellt unsere Werke aus.
Auch an der Hardstrasse verändert sich die Besetzung von Kontrast. Als Schreibende kommen neu zu uns Nadine Olonetzky, Beat Grossrieder, Daniel Ammann, Esther Hürlimann, Brigitte Blöchlinger, Edzard Schade und Ursula Eichenberger. Die Mehrheit verlässt uns jedoch nach kurzer oder langer Zeit wieder.
Daniel Amman geht zur Weltwoche; Beat Grossrieder nimmt sein Studium wieder auf; Peter Pfrunder wird Direktor des Forums der Schweizer Geschichte in Schwyz, übernimmt danach die Leitung der Fotostiftung Winterthur; Silvana Ceschi widmet sich dem Film; Brigitte Blöchlinger wechselt zum Pressedienst der Universität Zürich; Edzard Schade erhält eine Anstellung am Institut für Publizistik der Universität Zürich, und Esther Hürlimann entscheidet sich nach der Geburt des zweiten Kindes, von Zuhause aus zu schreiben.
Auf Fotografenseite ist Barbara Graf Horka der einzige Neuzugang.
Eigene Wege geht Iren Monti, die sich zur Psychomotoriktherapeutin
ausbilden lässt. Ebenfalls verabschiedet sich unser Gründungsmitglied
Giorgio von Arb. Als Kontrast-Fotograf hat er mit seinen zahlreichen
Büchern – u.a. «Leute am Grabserberg», «Klosterleben»,
«FabrikZeit», «Volksfrömmigkeit» –
viel zur Bekanntheit unseres Ateliers beigetragen. Giorgio von Arb
entscheidet sich für die Unabhängigkeit.
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