Sie alle sind in ihrem Leben Opfer von Krieg und/oder Folter geworden. Sie sind ‹traumatisiert›, ja sogar ‹extremtraumatisiert› oder ‹mehrfachtraumatisiert›. Ihre Kriegserfahrungen, so unterschiedlich sie in ihrer Abgründigkeit sein mögen, verbinden die Porträtierten wie ein unsichtbares Band miteinander. Durch ihre Erfahrungen sind sie zu Fremden geworden in der Welt, zu Fremden in ihrem eigenen Leben.

Auf den ersten Blick treten die Porträtierten hinter ihr persönliches Schicksal zurück. Mit ihrem mutigen Schritt an die Öffentlichkeit transportieren sie die Botschaft: Krieg und Folter gehören zum Schlimmsten, was einem Menschen widerfahren kann. Ihnen geht es zunächst darum, Gehör zu finden für das, was ihnen zugestossen ist. Im Widerspruch zum öffentlichen Bekenntnis steht, dass das Erlebte kaum wiedergegeben werden kann. Paradox mutet an, dass der Schlüssel für das Bleiberecht in der Schweiz gerade in der glaubhaften Wiedergabe dessen liegt, was kaum gesagt werden kann. Dieses Dilemma führt bei den Betroffenen zu starken Gefühlen der Einsamkeit und Isolation. Sie verstärken sich, sobald sie mit einer unsicheren Aufenthaltssituation einhergehen.

Gleichzeitig verbergen sich hinter den 16 Geschichten starke Persönlichkeiten, die zaghaft versuchen, in der Schweiz Fuss zu fassen. Sie stammen aus zehn verschiedenen Ländern und sind Klienten/innen der Ambulatorien für Folter- und Kriegsopfer afk in Bern und Zürich. Sie wurden vom Fotografen und der Autorin über einen längeren Zeitraum hinweg begleitet.

FORTSETZUNG BUCHBESCHRIEB | MIT DER SCHWIERIGEN ERINNERUNG IN DER SICHEREN FREMDE

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EINBLICKE | MIT DER SCHWIERIGEN ERINNERUNG IN DER SICHEREN FREMDE

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Martina Kamm ist Soziologin und Germanistin. Sie arbeitet am Schweizerischen Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien SFM der Universität Neuchâtel.

Meinrad Schade ist Porträt- und Reportagefotograf. Er beschäftigt sich seit zehn Jahren mit Themen der Migration.

AUTORINNEN | MIT DER SCHWIERIGEN ERINNERUNG IN DER SICHEREN FREMDE

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EXPO | MIT DER SCHWIERIGEN ERINNERUNG IN DER SICHEREN FREMDE

Die Publikation erschien zur Ausstellung in der Galerie des Kornhausforums Bern 3.–20. Dezember 2008. Beides entstand in Zusammenarbeit mit den beiden Ambulatorien für Kriegs- und Folteropfer: afk Bern und afk Zürich

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Der Bund
«16 Flüchtlinge – Klienten und Klientinnen der Ambulatorien Bern und Zürich – liessen sich für die Ausstellung fotografieren und legten Zeugnis ab davon, dass sie ‹dem Höllenkreis› entronnen und zurückgekehrt sind unter die Lebenden, schreibt das SRK dazu. Mit ihrem mutigen Schritt an die Öffentlichkeit transportierten sie die Botschaft: Krieg und Folter gehören zum Schlimmsten, was einem Menschen widerfahren kann.»

ECHO | MIT DER SCHWIERIGEN ERINNERUNG IN DER SICHEREN FREMDE

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