FREEWAY hat die immerwährende «amerikanische» Radikalität der «straight photography».

FREEWAY ist duchdrungen von «europäischer» Melancholie und Romantik und fürchtet den Kitsch nicht.

FREEWAY steht am Ende einer langen Geschichte der analogen Fotografie, es ist ein Abgesang auf das Kleinbildformat und den Kodachromefilm, die beide wichtig waren für die Fotografie des 20. Jahrhunderts.

FREEWAY als Erzählung in Paaren und Bildfolgen ist Fotografie pur.

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EINBLICKE | FREEWAY

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David Schlatter
1974 geboren, machte von 1993 bis 1997 eine Ausbildung im Studienbereich Grafik an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich. Ab 1997 Assistent bei Prof. Peter Jenny, Professur für Bildnerisches Gestalten an der ETH Zürich, und Tätigkeit als Zeichnungslehrer.

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Photonews, März 2005
«‹Freeway› ist kein Roman, sondern eine Sammlung von mehr oder weniger schlüssigen Kurzgeschichten mit offenem Ausgang. Neben der Sensation des Gewöhnlichen provoziert Schlatter die Sinne mit dramatischen Bildpaarungen. Das gezielte Zusammensetzen von oft gegensätzlichen Ansichten bewirkt, dass man nach einigen Seiten aufhört, die Bilder einzeln zu betrachten und sich voll auf Schlatters Spiel der Andeutungen und Metaphern einlässt. Verwunschene Waldwege werden mit trostloser Urbanität gepaart, scheinbar intime Momente mit weitläufigen Landschaften oder öffentlichen Plätzen verbunden. [...] «Freeway» ist ein sehr intimes, ein sehr persönliches Buch ohne erzwungene grosse Botschaften. Vielleicht bis auf eine. Das Leben ist eine seltsame Reise, erlebt wie in Bildern.


Neue Zürcher Zeitung, Oktober 2004
«Im Grunde genommen und gesehen ist David Schlatter ein Welt-Empfänger. Lichtsignale aus den nächtlichen Wüsten Arizonas werden ebenso aufgezeichnet wie die Wolkenbewegungen im Zürcher Oberland. Auf seiner Frequenz aber wird nicht ausgestrahlt, was üblicherweise auf dem Programm steht, die Globalisierung, der Genozid, die Gentechnologie. Unberührt von solchen Erschütterungen sucht Schlatters Blick den toten Winkel der Geschichte, den blinden Fleck der Aufgeregtheit. Und nur, weil seine Botanisiertrommel zufällig Minox heisst und er sein flatterhaft-flüchtiges Sammelgut nicht mit mit Äther oder Stecknadeln sichert – sondern auf einem Kodachrom-Film –, glauben wir, dass er einer ist von uns, dass er einer ist von heute.
Mit Einschränkungen freilich. Schlatter arbeitet mit zwei Fossilien, die andere Kunstfotografen womöglich bereits in ihrem Giftschrank liegen haben. Er aber verwendet sie weiterhin, den analogen Apparat, der als Spionagekamera zu Weltruhm gelangte, und den Film, der als erste kommerziell erfolgreicher Amateur-Farbfilm Geschichte schrieb: der seit 1936 technisch unveränderte (unverbesserte) kodachrom. Er gibt Schlatters Bildern die spezifische Kälte in den Rot-, Grün-, und Blau-Werten, eine abgeblasste Vitalität, die Meinung von Nebenbei. Dort, auf dem Pannenstreifen des Freeway, der grossen Verkehrs- und Bilder-Ströme, findet er seine Nachrichten. Nur gut, dass sie nicht zu viel glänzen. Sie wären sonst gewiss schon von einem Pistolenhelden oder Glücksritter aufgehoben worden. So blieben sie liegen für David Schlatter.»



ECHO | FREEWAY

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