«Die Losung ‹Publish or perish› scheint heute nicht mehr nur für Wissen­schaftler, sondern auch für Architekten zu gelten. Der Eindruck eines wachsenden Buchmarkts im Sinne von steigenden Verkäufen trügt aber. Denn nicht eine steigende Zahl von architektur­interessierten Lesern scheinen der Grund für den Monografien-Hype zu sein, sondern vielmehr das Bedürfnis der Architekten, ihre Bauten einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die Selbstdar­stellung oder Werbung mittels Monografie keine Neuerfindung ist. Anfangs des 20. Jahrhunderts erlebten Architektur­publikationen infolge eines wachsenden Informations­bedürfnisses und im Zuge der Baukon­junktur eine publizistische Blütezeit. Die Monografien zeitgenös­sischer Architekten dienten überwiegend als Referenzwerke für die Architekten und deren Lieferanten. Seltener gingen sie auch über den Büchertisch.»

aus: «Architekten als Büchermacher. Die Baumonografie im 20. Jahrhundert», Studienarbeit, gta, ETH Zürich, 2010


Marion Elmer (* 1972 in Zürich), studierte an der Universität Zürich Ethnologie, Politologie und Russische Literatur; 2009–2011 MAS in Theorie und Geschichte der Architektur an der ETH Zürich. Seit 2004 selbständig erwerbend als Lektorin (gta Verlag, Salis Verlag, orell füssli Verlag, Hochparterre), Redaktorin der Zeitschriften sun connect und casanostra sowie als Dozentin des Kompaktseminars Kompetent und effizient publizieren. 2003–2009 Partnerin bei proof, Association for Photography and Books. 1999–2004 Lektorin und Bildredaktorin in verschiedenen Verlagen (Niggli Verlag, Edition Stemmle, Kein & Aber).

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