«Der verbale Schlagabtausch zweier passionierter Sprachpuristen, in dem es um die Anzahl von Kutschen und Pferden, die Kommasetzung oder den Gebrauch des Irrealis geht, ist ein Genuss. Er zeugt nicht nur von der stilistischen Raffinesse, die im Zeitalter der Handykommunikation herrlich antiquiert anmutet; ohne Swetlana Geier zu denunzieren, führt er auch deren kühle Unbestechlichkeit vor Augen. So flink, wach und liebenswürdig sie sich im Gespräch mit dem Regisseur gibt, so unbeugsam, ja stur hält sie den Anmerkungen ihres sprachlichen Sicherheitsdispositivs entgegen, dessen Kompetenzen sie an anderer Stelle in den höchsten Tönen lobt.

aus: «Die Sprache, eine Reise – zu Vadim Jendreykos Film ‹Die Frau mit den 5 Elefanten›»
du Nr. 801, 2009


Nicole Hess (1966*) hat in Zürich und Wien Germanistik, Allgemeine Geschichte und Niederlandistik studiert und über das Werk von Peter Härtling promoviert. 2003–2006 leitete sie die Filmredaktion des Tages-Anzeigers (TA) in Zürich, zuvor war sie vier Jahre als Kulturredaktorin mit den Schwerpunkten Film und Kulturpolitik des TA tätig. Seit 2007 arbeitet sie als freischaffende Publizistin (nh publizis) für in- und ausländische Medien (du, cinéma, taz, e.a.), Dozentin am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich sowie in der Programmauswahl der Visions du Réel. 2008–2010 absolvierte sie den Studiengang Kulturmanagement an der Universität Basel, den sie mit einer Arbeit über das Kulturverständnis des Eidgenössischen Parlamentes abschloss.

 

Öffentliche Ämter:

Präsidentin der Filmkommission der Stadt Zürich (2004–2010)

 

Expertentätigkeit:

— Jury des Internationalen Filmfestivals Belfort (2010)

— Dokumentarfilmjury der Diagonale Graz (2009)

— Auswahlkommission Solothurner Filmtage (2006–2008)

 

Auszeichnung:

Werksemester der Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr in London (2007/2008)

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