«Wie sehr sich das Leben in Äthiopien nach dem Tag- und Nachtrythmus richtet, zeigt sich schon an der Zeitmessung. Die Sonne geht um die Stunde null auf, und um zwölf Uhr geht sie unter. Dazwischen wird das Tagwerk verrichtet; gearbeitet, gelernt, gegessen und zusammen gesessen. Nach zwölf Stunden, um 18 Uhr nach unserer Zeit, senkt sich die Dunkelheit über das Land und mit ihr, über weite Gebiete, auch die lichtlose Nacht.

So hell und heiter sich diese grandiose Landschaft tagsüber präsentiert, so absolut dunkel, ja unheimlich, ist die Nacht. Wer solche Finsternis nicht gewohnt ist, tut sich schwer mit dem Schlaf. In völliger Dunkelheit zu liegen, bedeutet auch orientierungslos zu sein. Ohne Licht gibt es weder Raum noch Zeit.»

aus: «Licht an! Warum der Mensch nicht gern im Dunkeln sitzt» für SolarKultur,
Hrsg. Stiftung Solarenergie.


Ursi Schachenmann, 1952 in Chur geboren. Ausbildung in Publizistik an der Schule für Angewandte Linguistik (SAL), Zürich. Arbeitete als freie Journalistin und Redaktorin für in- und ausländische Medien (NZZ Wochenende, Sonntagszeitung, Das Magazin, Süddeutsche Zeitung u.a.). Von 1997–2007 verantwortlich für Lektorat und Vertrieb des Kontrast Verlags, den sie 1997 mitbegründet hat. Seit 2008 als freie Lektorin und Projektleiterin im Bereich Entwicklungszusammenarbeit tätig. www.stiftung-solarenergie.ch



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